Dr. Theodor Apel

"Geschichtliche Begebenheiten gewinnen einen eigentümlichen Reiz, wenn wir die Örtlichkeit kennen, wo sie sich zutrugen. In den lebendigen Farben treten sie dem vor die Seele, welcher sich auf ihrem eigentlichen Schauplatz befindet; und wie wir einen regeren Anteil nehmen an den Schicksalen eines Mannes, dessen Gesichtszüge wir kennen, ebenso prägen sich dem Gedächtnis die Vorgänge tiefer ein, deren räumliche Bedingungen wir anschauten. Geschichte und Ortskunde ergänzen sich wie die Begriffe von Zeit und Raum. ... Die Örtlichkeit ist das von einer längst vergangenen Begebenheit übriggebliebene Stück Wirklichkeit."

(Moltke, zitiert in Seyfert, s.u.)

Apelstein Nr. 28. Aufnahme: 1988

Apelstein Nr. 6. Aufnahme 2005

Guido Theodor Apel, am 17.09.1811 auf dem Rittergut Ermlitz geboren. Gestorben 1867. Nachkomme einer Leipziger Ratsherren- und Gutsbesitzerfamilie. Großvater war Bürgermeister von Leipzig. Schüler der Nicolaischule (zusammen mit Richard Wagner. Enge Freundschaft mit diesem). Besaß als Schriftsteller im Leipziger Raum einige Popularität. Erblindete nach einem Sturz vom Pferd. Finanzierte aus seinem Vermögen 1861 bis 1864 zunächst 44 Marksteine, die den Verlauf der Völkerschlacht festhalten sollen. Weitere nachträglich gesetzte Marksteine wurden aus seiner Stiftung, durch seinen Sohn, aber auch durch Spender finanziert. Unterschiedliche Gestaltungselemente zeigen die Standorte der napoleonischen Truppen (abgerundeter Stein-Kopf und das Zeichen "N" für Napoleon) sowie die der Verbündeten (Russen, Preußen, Österreicher, Schweden; spitzer Stein-Kopf, Zeichen "V" für Verbündete).

überarbeitete Texte und Fotos ©: Harald Hirsemann, Leipzig

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